Gemeinden des Mittleren Unterinntals informierten sich bei Salzburger Wasserverband

Zell am See, 17.09.2018 – Wie gemeindeübergreifender Hochwasserschutz erfolgreich umgesetzt werden kann, erfuhr eine Delegation von Bürgermeister- und GemeinderätInnen aus dem Mittleren Unterinntal bei einem Besuch des Wasserverbandes Zeller Becken.

Wie im Tiroler Unterinntal schrammten auch die Gemeinden im Salzburger Pinzgau in der Vergangenheit schon mehrmals nur knapp an einer Hochwasser-Katastrophe vorbei. Nach der Überarbeitung der Gefahrenzonenpläne 2009 stand fest, dass in den Gemeinden Zell am See und Bruck an der Glocknerstraße 4.700 Einwohner und 700 Gebäude vor Hochwasser geschützt werden müssen. Um keine Verschlechterung für Gemeinden flussabwärts der Salzach zu verursachen, braucht es dafür – wie beim Hochwasserschutz im Unterinntal – Retentionsräume. Auf 250 ha Fläche können 3,6 Mio. Kubikmeter Wasser „geparkt“ werden. Gleichzeitig entsteht ein neues Naherholungsgebiet an der Salzach. Der Bau des Hochwasserschutzprojektes wurde 2017 begonnen und soll 2020 fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 29 Millionen Euro.

Starke Stimme der GrundeigentümerInnen
Auch im Zeller Becken gab es zu Beginn des Projektes Bedenken bei den rund 100 beteiligten GrundeigentümerInnen. Aus diesem Grund wurde ein Komitee aus fünf GrundeigentümerInnen gebildet, die in enger Abstimmung mit Wasserverbands-Geschäftsführer Helmut Haslinger – selbst Landwirt – standen. Neben der Einigung auf eine Umsetzung mit wenigen technischen Kunstbauten und der Erhaltung der Bewirtschaftbarkeit der Dämme durch flache Böschung wurde auch das Entschädigungsmodell gemeinsam mit dem Komitee erarbeitet. So bekommen die GrundeigentümerInnen für die Einräumung der Dienstbarkeit eine Einmalentschädigung in der Höhe von 2,10 Euro pro Quadratmeter. Im Hochwasserfall wurde die vollständige Schadloshaltung des Grundeigentümers durch den Wasserverband, der sich aus den Gemeinden Zell am See und Bruck an der Glocknerstraße sowie der bereits bestehenden Wassergenossenschaft Zeller Becken zusammensetzt, vereinbart. „Schlussendlich hat niemand Einspruch gegen das Projekt erhoben“, unterstreicht Helmut Haslinger den gemeinsamen Weg. Das Entschädigungsmodell ist mit der geplanten Vorgehensweise im Hochwasserschutzprojekt Mittleres Unterinntal vergleichbar.

„Wir haben bei unserer Exkursion ins Zeller Becken einen Eindruck von vergleichbaren, bereits in Bau befindlichen Hochwasserschutzmaßnahmen bekommen und wichtige Infos zur Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinden und GrundeigentümerInnen erhalten. Das wird uns auf unserem weiteren Weg sicher helfen“, ist sich der Schwazer Bezirkshauptmann Michael Brandl sicher. Im Mittleren Unterinntal müssen 1.500 Häuser und 120 ha Bauland vor Hochwasser geschützt werden. In einer Arbeitsgruppe erarbeiten die 13 BürgermeisterInnen mit Unterstützung des Landes Tirol seit Mai 2018 die Statuten für einen Wasserverband, der als Verhandlungs- und Planungspartner für das Hochwasserschutzprojekt im Mittleren Unterinntal agieren wird.

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