Verbandsgründung

VertreterInnen der Unterinntal-Gemeinden bei der Besichtigung des Wasserverbandes im oberösterreichischen Machland, April 2017.

In einem Wasserverband schließen sich mehrere Gemeinden und Infrastrukturträger zusammen, um gemeinsam Hochwasserschutzmaßnahmen zu erarbeiten, zu errichten und in Stand zu halten. Ähnliche Verbände existieren bereits für die gemeinsame Abwasserentsorgung, gemeinsame Abfallentsorgung, Krankenversorgung und ähnliches.

Im Unterinntal ist die Gründung des Wasserverbandes besonders wichtig, da, wenn die Gemeinden jeweils für sich Hochwasserschutz herstellen würden, das zu einer Verschärfung der Hochwassersituation in weiter flussabwärts liegenden Gemeinden führen würde. Nur wenn Gemeinde B das in Gemeinde A durch Dämme und Mauern verdrängte Wasser aufnehmen kann, ist ein Hochwasserschutz für alle möglich.

Aus diesem Grund starteten im Herbst 2016 Sitzungen zur Gründung des Wasserverbandes im Unterinntal, an der die Bürgermeister aller betroffenen Gemeinden teilnahmen. Bei insgesamt fünf Treffen zwischen September 2016 und April 2017 erarbeiteten sie mit Unterstützung der Bezirkshauptmannschaft Kufstein die Statuten des künftigen Wasserverbandes. Dabei wurde darauf geachtet, dass Vorteile und Belastungen gerecht verteilt werden. Bei der Finanzierung greifen Bund und Land den Gemeinden kräftig unter die Arme: das Land Tirol beteiligt sich mit 20 Mio. Euro, der Bund hat die Übernahme von 85% der Kosten zugesagt. Der bestehende Rest wird unter den Gemeinden und den Infrastrukturträgern aufgeteilt.

Nach Fertigstellung der Wasserverbands-Statuten im April 2017 wurden die Gemeinden und Infrastrukturträger gebeten, diesen auch offiziell zuzustimmen.

Nach rund eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit hat sich der Wasserverband “Unteres Unterinntal“ am 26. Februar 2019 gegründet.  Mit den Gemeinden Breitenbach, Brixlegg, Kramsach, Kundl, Rattenberg und Wörgl sowie den Infrastrukturträgern traten zehn Mitglieder dem Verband auf Basis der gemeinsam erarbeiteten Statuten freiwillig bei. Die Gemeinde Radfeld hat ihren freiwilligen Beitritt an eine weitreichende Änderung der Statuten geknüpft. Aus diesem Grund wurde der Beschluss gefasst, Radfeld verpflichtend am Wasserverband zu beteiligen. Angath hat bereits im Vorfeld eine Mitgliedschaft abgelehnt, diese ist gesetzlich nicht zwingend erforderlich.

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